Warum "Riestern" die betriebliche Altersvorsorge schlägt



Was ist besser für mich? Einen Riestervertrag abzuschließen oder eine betriebliche Altersvorsorge zu wählen? Die Antwort: Riestern! Warum? Das erfahrt ihr in diesem Blogpost.

Die Förderung von Riester und betrieblicher Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (z. B. als Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung) wird auf zwei Arten gefördert: Zum einen ist der Beitrag steuerfrei und zum anderen sozialabgabenfrei (es werden für den Beitrag keine Beiträge zu Renten, Kranken, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung fällig).

Damit zahlt man die betriebliche Altersvorsorge quasi "aus dem Brutto".

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer, Single, keine Kinder, gesetzlich krankenversichert, Bruttoeinkommen monatlich 3.000 Euro zahlt bei einem Beitrag von 100 Euro nur 49,56 Euro selbst - 50,44 Euro werden ihm von Vater Staat über die Steuer- und Sozialabgabenfreiheit "geschenkt". (Hier könnt ihr´s nachrechnen.)

Quelle: http://www.vdata.de/

Riester hingegen bekommt über seine Zulagen- und Steuerförderung nur den Steuervorteil, nicht aber die Sozialabgabenfreiheit - rund 20 Euro Vorsprung für die betriebliche Altersvorsorge.

Das bedeutet, dass rund 25 % mehr Beitrag in den betriebliche Altersvorsorgevertrag (80 Euro + 25 % = 100 Euro) fließen - und so wird auch die Auszahlung rund 25 % höher ausfallen.

Auf den ersten Blick gewinnt die betriebliche Altersvorsorge...

Auf den ersten Blick ist die Förderung bei der betrieblichen Altersvorsorge deutlich höher, als bei einem Riestervertrag - aber dabei darf man die Auszahlphase nicht außer acht lassen.

Beide Vertragsvarianten sind bei Auszahlung steuerpflichtig - auf die betriebliche Altersvorsorge werden aber in der Auszahlungsphase zusätzlich auch noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung fällig, die der Arbeitnehmer alleine zahlen muss - und das relativiert das Ganze gewaltig:

Nehmen wir einmal an, aus dem Riestervertrag würden 1.000 Euro Rente fällig. Aus der betrieblichen Vorsorge würden wegen des höher geförderten Beitrags 25 % mehr Rente fließen - also 1250 Euro Rentenleistung. 

Nach heutigen Beitragssätzen gerechnet, muss aber die Rentenleistung aus der betrieblichen Vorsorge noch um 18,05 % Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag gekürzt 
werden (14,6 % + 1,1 % + 2,35 %). Damit kommt aus der betrieblichen Altersvorsorge nach Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen noch 1025 Euro (1250 Euro - 18,05%) Rentenleistung heraus - und damit liegen Riester und betriebliche Vorsorge praktisch gleich auf. Wenn die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge noch etwas steigen, käme sogar aus der betrieblichen Vorsorge am Ende weniger heraus.

...auf den zweiten Blick hat Riester die Nase weit vorn.

Warum dann also "riestern" statt betrieblich vorsorgen?
  • Der Riestervertrag gehört dir. Bei Arbeitgeberwechsel müssen keine Übertragungen angestossen werden. Er ist einfacher als die betriebliche Altersvorsorge.
  • Riester passt sich deinem Leben an. Durch die Zulagen- und Steuerförderung und die flexiblen Anpassungsmöglichkeiten bei Beitragshöhe, Zuzahlungen, Entnahmemöglichkeit für die eigenen vier Wände etc. trägt Riester veränderten Lebensumständen wie z. B. Familienplanung Rechnung.
  • Der Riestervertrag bleibt verfügbar. Grundsätzlich kannst du bei Rentenbeginn 30% deines Kapitals entnehmen und der Rest wird verrentet. Kündigst du den Riestervertrag während der Laufzeit oder willst du eine vollständige Auszahlung bei Rentenbeginn musst du zwar die staatliche Förderung zurückzahlen - aber die Zinsen und Zinseszinsen bleiben dir erhalten und der Vertrag wird dann steuerlich günstiger behandelt: Wie eine private Vorsorge.
    Es gibt also eine Möglichkeit, in den kommenden Jahrzehnten an das Geld aus dem Vertrag zu kommen, wenn es dir z. B. gesundheitlich nicht gut geht - bei der betrieblichen Altersvorsorge kommst du erst zu Rentenbeginn wieder an dein Geld. (Eine vorzeitige Kündigung ist in der betrieblichen Altersvorsorge nämlich nicht möglich - lediglich eine Beitragsfreistellung.)
Insgesamt mehr als genug Gründe, das "Riestern" der betrieblichen Altersvorsorge vorzuziehen - anders sieht es natürlich aus, wenn der Arbeitgeber die Betriebsrente bezuschusst. Dann wird die betriebliche Vorsorge wirklich interessant. Aber bis dahin ist Riester die erste Wahl!


Viele Grüße,

Euer Mark
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